2014 In Liebe Einklang

30.06.14 - 10:59 Uhr

 

It’s rainin' Sexbombs!

 

 

Egal mit welcher Erwartungshaltung man die beiden Konzerte des Vokalensembles Einklang besuchte, die Zahl der Schubladen, in die man das Konzertthema Liebe stecken

konnte, reichte für das tatsächlich Dargebotene nicht aus.

 

Die Damen und Herren des 30köpfigen Ensembles unter der Leitung von Roman Öschlberger wurden mit Jubelrufen und begeistertem Applaus empfangen und verließen die Bühne mit derselben Aufwartung durch das Publikum. Dazwischen lag ein

rauschendes Vokalkonzert voller Emotionen aller Couleur.

 

Bei gefühlten 60 Grad im Saal bemühte sich Einklang mit L.O.V.E. um einen temperierten Einstieg mit genug Freiraum nach oben und unten. Die leichtfüßige Melodie umschwärmte das Publikum wie ein Frühlingserwachen – so fängt Liebe an.

 

Für Einklang-Moderator Leo Fellinger genau der richtige Augenblick um eine kurze

Programmvorschau zu geben. Mit viel Humor und Charme beleuchtete er die Facetten der Liebe, um im Conclusio zu erkennen, dass die Aggregatszustände der Liebe zu vielfältig seien, um einen erkennbaren Wesenszug auszumachen - eine perfekte Überleitung für das folgende Programm.

 

Über stürmisches Glockengeläut sang sich Einklang zu „Herzgedanken“ und einem

witzigen „Liebesbrief-Ei“ bis hin zum hawaiianischen Liebeslied „Maunaleo". In den Reihen des Auditoriums flossen abwechselnden Herzblut und Schweiß aus

applaudierenden Händen. Um dem fortwährenden Temperaturanstiegen etwas Einhalt zu gebieten, unterbrach Einklang die vokalen Flüsse alle 10 Grad für einen Liebesbrief. Die feinsinnige Auswahl der Briefe, manche davon aus der Feder bekannter Autorinnen und Autoren, ergänzte das gesungene Programm auf das Vortrefflichste und zog die Gäste immer tiefer in den Strudel aus Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung.

 

In der zweiten Programmhälfte lenkte Öschlberger seine SängerInnen aus vergangenen

Zeiten in die Moderne. Unverkennbare Änderungen in Struktur und Aufbau der Sätze bezeugten, dass es mit großen Schritten in die Gegenwart ging. Über „Liab i di, kriag i di“ und „I love my love“ landete man schließlich mit “Bright Eyes” im Heute der Liebesbekundungen. Das ließ auch die Herren in der Zuhörerschaft mit der anerzogenen Gemütszurückhaltung endgültig brechen.

 

Als kleines ensemble-internes Match und zugleich Stimmungshöhepunkt im Programm

schleuderten die Einklang-Damen ein „It’s rainin‘ Men“ in das Publikum, dass die Luft im Saal elektrisch wurde und das Publikum tobte. Die Einklang-Männerformation konterte auf dem Fuß mit Tom Jones‘ „Sexbomb“, dass das Testosteron von den Wänden rann. Ein Voting anhand der Applauslautstärke verlief ergebnislos.

 

Unter dem Strich: Einklang zeigte, dass ein Konzertprogramm zum Thema „Liebe“ nicht

zwangsweise in Schmalz und Romantik ertrinken muss. Hochklassiger, vielseitiger und unterhaltsamer kann man ein Konzert zur Mutter aller Wunder nicht gestalten. Es war die reine Freude.

 

(MW) 

 

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