LittleHigh, Little Low

Et Pluribus Unum.

 

 

 

 

Aus vielen Teilen ein wundervolles Ganzes zu formen, war seit jeher ein großes Talent des Seekirchener Vokalensemble Einklang. Auch bei den diesjährigen Sommerkonzerten nutzten die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Roman Öschlberger diese fesselnde Begabung und faszinierten die zahlreichen Gäste des Kulturhauses Emailwerk mit einem reichhaltigen Programm voller vokaler Überraschungen.

 

Bereits der temperamentvolle Einstieg mit „I Will Greatly Rejoice“ verfehlte seine anregende Wirkung beim Publikum nicht. Mit dem „Ave Maria“ von Sergei Rachmaninow im zweiten Gang servierte Einklang eine Komposition, wie sie harmonischer nicht sein könnte. Mit herrlichem Feingefühl ließen die SängerInnen ihre Stimmen ineinander greifen und verwoben das überaus anspruchsvolle Stück zu einem subtilen Klangraum, der sich wie Balsam auf die Seele legte.

 

Bevor das Auditorium sanft in den vokalen Horizont abdriften konnte, übernahm die Instrumentalformation „Sax4you“ das Ruder und demonstrierte staunenden Gesichtern, dass man mit vier Saxophonen, einem Cajón und dem richtigen Stück (Jericho) auch in einer kleineren Formation durchaus einen Big Band-ähnlichen Sound auf die Bühne stellen kann. 

 

Auch das nachfolgende Stück „Morgendämmerung“ aus der Peer-Gynt-Suit von Edvard Grieg stattete Sax4you mit einem unerhörten Volumen und dennoch feinfühligem Zusammenspiel aus.

 

In den folgenden drei Stücken stellte Einklang einen ethnischen Mix zusammen, wie er in Stückauswahl, Interpretation und Ausdruck nicht hätte besser gelingen können. Obwohl sich der Ursprung von „Shenandoah“, „Loch Lomond“ und „Alouette“ auf drei Kontinente verteilt (man muss Schottland - musikalisch gesehen - als eigenen Kontinent betrachten) und der Charakter der Stücke, von sehnsüchtig getragen bis hemmungslos verspielt, reichte, schienen die Teile diese Trilogie, wohl auch wegen ihrer bezaubernden Ausführung, wie füreinander geschaffen.

 

Wie schon in den vergangenen Konzerten verführte Einklang das Publikum mit einer mitreißenden Lebendigkeit in den Stimmen selbst bei schwierigsten Stücken, die in der Bohemian Rhapsody (am Klavier und an der Gitarre begleitet von niemand Geringerem als David Hauser) einen sehr hohen Gipfel erreichte. Als überraschendes Gimmick wurde selbst Chorleiter Öschlberger in zwei Stücke aktiv miteingebunden, und das Ensemble sang kurzerhand ohne führende Hände auf der Bühne.

 

Und während Öschlberger äußerst souverän für die gesangliche Führung seiner Truppe verantwortlich zeichnete, führte Leo Fellinger die Gäste nicht minder gekonnt als Moderator durch den Abend. Mit viel Charme und Humor versorgte er die begeisterte Menge mit Hintergrundinformationen zu den Liedern, Komponisten und allerlei zum Thema passenden Anekdoten und leitete damit auch immer wieder bügelfrei zu Sax4you über, die die Zuhörer mit immer ausgefeilteren und fetzigeren Nummern bis zur Sax-Hymne „Pink Panther“ empor spielten.

 

Dass bei soviel gutem Draht zwischen Publikum und Protagonisten die Zugabe-Rufe nicht lange auf sich warten ließen, war wenig überraschend. So endete der Abend nach drei Zugaben und sehr viel Applaus mit einem finnischen Lied namens „El Hambo“, einem Joik-ähnlichen Stück aus der Feder des finnischen Komponisten Jaakko Mäntyjärvi. Einklang in seinem Element und Bestform. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

(mw)

 

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