HEARTCHOR

 Egal wo die Liebe hinfiel…

  

…das Vokalensemble Einklang hatte das passende Stück als Antwort. In seinem neuen Programm „Heartchor“ besang das Ensemble im Emailwerk in Seekirchen den Ausnahmezustand Liebe in all seinen Schattierungen und sich vom ersten Stück weg in die Herzen des Publikums.

 

Unter anderem hörten die Gäste im Emailwerk wie es klingt wenn der holde Junker, von 15 Gewehren gejagt, panisch im Wald verschwindet oder wurde Zeuge einer lyrischen Form des „Fensterlns“. Wie auch in den vergangenen Konzerten brachte Einklang eine gekonnte und sehr unterhaltende Mixtur aus seltenen, anspruchsvollen Stücken und eingängigen Ohrwürmern auf die Bühne. Das Temperatur und Luftfeuchte im vollen Saal beinahe apokalyptische Höhen erreichten tat der herzlichen Stimmung zwischen Chor und Publikum dabei keinen Abbruch.

 

Die musikalische Leiterin des Chores, Ina Leisinger vom Musikum Salzburg, sorgte mit Ihrer präzisen und einfühlsamen Führung der 29 SängerInnen für einen hochklassigen Konzertabend mit vielen Highlights und bezaubernden Momenten. Sie verstand es meisterhaft dem Ensemble jene Details und Farbenspiele zu entlocken, die ein Lied so spürbar lebendig werden lassen. Eines der anspruchsvollsten Stücke und zugleich gesungenes Gütesigel des Ensembles bildete Schillers Ballade „Der Handschuh“ nach einer Komposition von Robert Schumann. Die fesselnde Interpretation der Geschichte von Ritter Delorges, der ein Liebespfand aus dem Löwenzwinger birgt nur um ihn einem hochnäsigen Fräulein ins Gesicht zu werfen, gefiel nicht nur den Herren im Publikum.

 

Zur instrumentalen Gestaltung des Abends konnte Einklang die Geschwister Sarah (Cello), Florian (Violine) und Lukas (Klavier) Moser gewinnen. Trotz ihrer wenigen Jahre, sind die drei hervorragenden Musiker dem Status einer Nachwuchshoffnung längst entwachsen. In zwei, in das Konzertprogramm eingebetteten, Vokalblöcken spielte das Trio Werke von Haydn, Arensky und Piazzolla. Zum ungläubigen Staunen verführte das Publikum vor allem ein Stück von Werner Pirchner, Angesicht dessen rhythmischer Komplexität einem fast der Atem stockte.

 

Von Zuhörern und Chorleiterin emotional angefeuert sang sich Einklang in einem hinreißenden Konzertabend weiter durch die Jahrhunderte. Von „Fire Fire“ über „Gott b’hüte dich“ und „Come Again“ ging es langsam in die Moderne und schließlich mit Nat King Coles „L.O.V.E.“ und Sailors „Girls Girls Girls“ in das 20. Jahrhundert. Der Abschied an das Publikum: „Alles Liebe und Liebe Alles.“

 

(mw)

 

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